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Die Stadträtinnen Elisabeth Mayr (6. v. l.) und Uschi Schwarzl (4. v. l.) machten mit KollegInnen aus dem Gemeinderat und städtischen MitarbeiterInnen mit einer Verteilaktion in der Maria-Theresien-Straße auf den Equal Pay Day aufmerksam.
Die Stadträtinnen Elisabeth Mayr (6. v. l.) und Uschi Schwarzl (4. v. l.) machten mit KollegInnen aus dem Gemeinderat und städtischen MitarbeiterInnen mit einer Verteilaktion in der Maria-Theresien-Straße auf den Equal Pay Day aufmerksam.

Ab 10. Oktober arbeiten Frauen gratis

Aktionen zum „Equal Pay Day“ auch in Innsbruck

Der Equal Pay Day, der Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, kennzeichnet rechnerisch den Tag, an dem Männer bereits die Gehaltssumme erreichen, für die Frauen noch bis Jahresende arbeiten müssen,. Damit werden die bestehenden Einkommensunterschiede verdeutlicht. „Der Equal Pay Day bietet die Chance, öffentlichkeitswirksam einen konstruktiven Dialog rund um das Thema Einkommensgerechtigkeit und Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zu führen“, stellt Frauenstadträtin Mag.a Elisabeth Mayr fest. „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sollte eigentlich selbstverständlich sein, muss aber weiterhin vehement eingefordert werden. Was die Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit betrifft, gilt es noch viel Bewusstseinsbildung bei Männern, aber auch bei Frauen zu leisten. Noch ungleicher ist die Verteilung von Vermögen und Eigentum zwischen den Geschlechtern: 95 Prozent des Vermögens gehört Männern und Vermögen ist in unserer Gesellschaft bekanntlich der wesentliche Faktor für Macht und Einflussnahme“, erklären Stadträtin Mayr und Stadträtin Mag.a Uschi Schwarzl gemeinsam.

Wie aus der Lohnsteuerstatistik der Statistik Austria ersichtlich ist, verdienen Frauen in Tirol – bei ganzjähriger Vollzeitbeschäftigung und Vergleich der Brutto-Jahreseinkommen – durchschnittlich 22,9 Prozent weniger als Männer (österreichweit 19,9 Prozent; in Innsbruck 16 Prozent). Umgelegt auf die Kalendertage heißt das, dass Frauen in Tirol, und damit auch in Innsbruck, ab dem 10. Oktober statistisch gesehen für den Rest des Jahres gratis arbeiten. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einkommenssituation der Frauen etwas verbessert, dennoch wird es in diesem Tempo noch lange dauern, bis Einkommensgerechtigkeit erreicht werden kann.

Ungerechte Verteilung

Nach wie vor sind Frauen in Führungspositionen mehr die Ausnahme als die Regel und die Lohnniveaus in Branchen mit hohem Frauenanteil tendenziell geringer. Die gravierendsten Nachteile erleiden Frauen aber dadurch, dass immer noch der Großteil der unbezahlten Hausarbeit, Kinderbetreuung und Pflege von Angehörigen wie selbstverständlich auf ihren Schultern lastet. Dadurch bedingte Reduktionen und Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit lassen die Einkommensschere noch weiter auseinander klaffen und haben lebenslange Folgen.

86 Prozent der Väter von mindestens einem Kind bis 15 Jahre sind Vollzeit beschäftigt, bei Frauen sind dies nur 18 Prozent. Der Großteil der bezahlten Überstunden wird von Männern erbracht. Die unbezahlte Arbeit wird allerdings zu zwei Dritteln von den Frauen erledigt. Laut Zeitverwendungsstudie arbeiten Männer 63,4 Stunden pro Woche, davon 75 Prozent bezahlt, während Frauen auf 66 Wochenstunden kommen, davon aber nur 59 Prozent bezahlt.

Über ein ganzes Erwerbsleben summieren sich diese Einkommensnachteile laut Berechnungen der Arbeiterkammer auf durchschnittlich 435.000 Euro. Basis für diese Berechnung sind die Daten der letzten EU-weiten Verdienststrukturerhebung, nach der österreichische Frauen durchschnittlich 900 Euro pro Monat weniger bekommen bei durchschnittlich 34,5 Erwerbsjahren.

Lebenslange Folgen

Die ungerechte Verteilung von Erwerbsarbeit und unbezahlter Arbeit ist eine enorme Belastung für die Frauen, mit Folgen, die sie ein Leben lang begleiten. Jede Reduzierung oder Unterbrechung der Erwerbstätigkeit wirkt sich empfindlich auf die Höhe der Pension aus – in vielen Fällen droht Altersarmut.

Bewusstsein schärfen & Chancen aufzeigen

In Kooperation mit dem Frauenausschuss des Österreichischen Städtebundes wurde die Kampagne „Halbe/Halbe“ ins Leben gerufen, die österreichweit auf eine gerechtere Verteilung der unbezahlten Arbeit hinarbeitet. Gemeinsam mit der Gleichbehandlungsbeauftragten der Stadt Innsbruck wurde ein Lineal konzipiert, das die Einkommenseinbußen durch Unterbrechung bzw. Reduktion der Erwerbstätigkeit eindrücklich veranschaulicht. Mit diesen Instrumenten, ergänzt durch Informationen über Möglichkeiten einer gerechteren Verteilung, wie z. B. Pensionssplitting, sollen Frauen wie Männern Impulse gegeben werden, die Zukunft gemeinsam gerechter zu machen.

Kontakt:

Referat Frauen und Generationen
Leiterin Mag.a Uschi Klee
Tel.: +43 512 5360 4206
post.frauen.generationen@innsbruck.gv.at